RAUMIDEE - Mein Minimalismus zieht ein

Mein Minimalismus zieht ein.
Tabularasa

Alles muss raus, alles darf neu - dieses Motto trägt mich seit den Sanierungsarbeiten in meinem Haus. Mein Ziel ist es, den Minimalismus einziehen zu lassen. Schon einige Jahre fasziniert mich die Reduktion auf das Wesentliche. Aber was genau verbirgt sich dahinter und was macht den Minimalismus aus? 

Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe ein paar Aspekte aufgeführt:

Was ist Minimalismus?

Minimalismus bedeutet, kurz umschrieben, die Reduktion auf das Wesentliche.

Der Minimalismus wird von drei äußeren Einflüssen geprägt: 

1. Der japanischen Zen-Philosophie, die den Raum der leere als Ort der Meditation braucht. 

2. Der Lebensart  der Shaker, die einen Lebensstil ohne die Last persönlichen Besitzes zelebrieren und einen kargen Wohnstiel haben.

3.  Der Lebenseinstellung der Zisterzienser-Mönche, die sich z.B. die Armut zur Tugend machten und sich frei sprachen von unnötigen Besitztümern, um ein unbelastetes Leben zu führen. Das Credo der Mönche wird im Minimalismus auf den Raum übertragen.

So wird im Minimalismus auf alles Unnötige, welches den Blick stört und zur Last fällt, verzichtet. Der Raum und die Materialien wirken für sich. Klare und einfache Formen sind Gegenstand der Gestaltung. Eine elegante und atemberaubende Bühne für das eigene Leben entsteht.

Mein Minimalismus zieht ein.
Minimalistischer Architekt und Vorbild

John Pawson z.B setzt den Minimalismus für seine Planungsobjekte grandios um. Einbaulösungen nehmen sich zurück und bieten wenigen Einrichtungsgegenständen Wirkungsfreiraum. Zurückhaltende Räume werden spannungsreich gestaltet. Pawsons Mittel dafür sind u.a. Sichtfugen, die Verwendung von Hölzern, deren gewachsene Struktur für Lebendigkeit sorgen und der Einsatz von Shaker Möbeln, die, wie gesagt, an das karge Leben der Shaker erinnern.

Ich habe Euch hier schon einmal die Moritzkirche in Augsburg gezeigt, die durch Pawson saniert wurde.

Mein Minimalismus zieht ein.
Mein Minimalismus zieht ein

Das karge Leben hat auch im Alpenraum stattgefunden. Die ländliche Bevölkerung hat in sehr armen Verhältnissen gelebt. Auch hier waren die Möbel rein funktional gestaltet und auf das Wesentliche reduziert. Klare Formen, schlichte handwerkliche Details und natürliche Werkstoffe kamen zum Einsatz.

Im Dachgeschoss sind nun ein paar neue Möbel eingezogen, die meinem Minimalismus entsprechen und nun hier für ein paar warme Akzente sorgen:

Mein Wohnzimmer besteht aus zwei Bereichen, die nur von einem mittig stehenden Kamin getrennt sind. Ein größerer Wohnbereich und ein kleinerer Essbereich finden auf 30qm Raumfläche einen Platz. Schon länger habe ich nach einem Möbelset ausschaut gehalten, welches für einen kleinen Essbereich geeignet ist. Das karge Leben, welches die ländliche Bevölkerung der Alpenregion prägte, kam mir da gerade recht, denn auch diese Strömung prägt auf eine Weise den Minimalismus. So beeinflussen nun ein Bistrotisch und zwei Hocker aus Eiche meinen Minimalismus, denn das Design zitiert die Möbel aus der damaligen ländlichen Zeit, der bäuerlichen Landbevölkerung. So setze ich nun das warme Material und die feine Maserung gekonnt ein, um auch wie John Pawson, für spannungsreiche Kontraste in meinen doch sehr reduzierten Wohnumfeld zu sorgen.

Wo gibt es was?

Massivholzmöbel aus Eiche, leicht weiß geölt: Anton Doll Holzmanufaktur
Freischwinger in Weiß: Pantonstuhl von Vitra
Vasen: Depot
Kerzenhalter: Menu

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Kommentare:

  1. Liebe Cora, ich finde den Gedanken faszinierend !!!
    Die Umsetzung würde allerdings voraussetzen, dass ich mich von vielen Dingen trennen müsste...
    Es wäre schön, wenn man sie zumindest vorübergehend irgendwo lagern könnte ;-)
    Mehr Stauraum würde ja auch schon weiterhelfen .
    Durch das Bloggen sammeln sich ja leider auch so einige (unnötige) Dinge an.
    Ganz herzliche Grüsse und einen entspannten Abend, helga

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    1. Ja, durch das Bloggen sammeln sich einige Sachen an. Ich habe ja einiges an Stauraum, da geht es noch, was nicht mehr in die Schränke passt, wird allerdings entsorgt. Dazu gehören aber nicht meine Lieblingsstücke!

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  2. Sieht klasse aus liebe Cora, wobei es jetzt nicht meins wäre ;) Wobei ich ja schon einiges nach dem Umzug minimalisiert habe. ♥
    Liebste Grüße
    Christel

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    1. Muss ja auch nicht. Ich mag "Deins" übrigens gerne!

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  3. spannend, mehr über die Hintergründe zu erfahren ! Ich erlebe das Wegschmeißen und Raumschaffen für einzelne, besondere Gegenstände auch als sehr bereichernd- wobei hier immer noch zu viel zu viel rumsteht :-). Ich mag die Klarheit deiner Bilder so unglaublich gerne !!

    love
    sophia

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  4. Liebe Cora,

    Gedanken, die ich sehr mag!
    Mit Kindern manchmal etwas schwierig,
    aber das Ausmisten und ich sind ein geübtes Team ;)
    Und es wird immer weniger...
    Dennoch denke ich, dass da noch viel mehr geht! Mal schauen... Stück für Stück :)

    Herzliche Grüße
    Julia

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  5. Eine Wohltat fürs Auge, Minimalismus perfekt umgesetzt, wobei mir persönlich Grünpflanzen fehlen würden. Ansonsten super schön!
    Liebe Grüße,
    Kebo

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    1. Meine Grünpflanzen wachsen draußen ;), ab und zu dürfen mal ein paar Schnittblumen ins Haus und die Kakteen leben auch noch!

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  6. ...ich finde das faszinierend, liebe Cora,
    auch wenn ich mir nicht vorstellen könnte, so zu leben...ich häufe gerne lieb gewonnene Gegenstände um mich ;-),

    liebe Grüße Birgitt

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    1. Baue keine Beziehung zu Deinen Möbeln oder Dekogegenständen auf, ;)

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  7. Das ist eine gute Philosophie. Zu viel ram belastet doch nur! Das merke ich jedes mal beim Ausmisten. Da fällt mir ein: das steht auch mal wieder an ;-)
    Liebe Grüße
    Cora

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    1. Ich miste und miste, es nimmt kein Ende!

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  8. Wunderschön sieht's aus, auch wenn ich selber dafür wohl gar nicht geeignet bin ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  9. Wunderschön und so fein, dass du den Minimalismus so gut umsetzen kannst! Ich würde auch richtig ausmisten, aber mir fehlt noch der entscheidende Tritt in den Allerwertesten ;-)
    Liebe Grüße ... Frauke

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  10. Es sieht toll aus!
    Auch wenn ich es mir schwierig vorstelle, es umzusetzen. Man hat doch einiges zu Hause rum stehen. So geht es mir auf jeden Fall. ;-)
    Liebe Grüße
    Anette

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    1. Bei mir steht auch was rum, ich labe ja in meinem Haus ;) !

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  11. Hallo Cora, ich mag deinen Minimalismus sehr und möchte mich auch gerne dorthin auf den Weg machen. Alleine deine Bilder entspannen mich sehr und man hat einfach oft viel zu viel herumstehen. Danke für deine Tipps für den Weg!
    Isabell

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  12. Das sieht toll aus liebe Cora.
    Lieber Gruss Nica

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